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Es
ist schon eine beeindruckende Story. Im Jahr 2000 belegte Shaggy
mit seinem Album "Hotshot" sechs Wochen lang Platz eins
der amerikanischen Billboard-Charts. Die Folge war
Sechsfach-Platin in den USA. 10 Millionen mal verkaufte sich das
Album weltweit, in 15 Ländern enterte "Hotshot" die
Nummer eins. Auch die Singles "It Wasn't Me" und
"Angel" erreichten die Poleposition in Amerika und
vielen weiteren Ländern. So beispiellos dieser Erfolg sein mag -
Shaggy würde ihn niemals ,glücklich' nennen. Denn kaum jemand
arbeitet so hart an der Realisierung seiner musikalischen Vision
wie der Mann aus Jamaika, der früh nach New York ging und dort
zum Superstar wurde. Jetzt kehrt Shaggy mit einem neuen Album zurück.
Wäre er ein professioneller Pokerspieler, würde man feststellen,
dass Shaggy auf Lucky Day mit höherem Einsatz als jemals zuvor
spielt. Das bezieht sich sowohl auf die Musik als auch auf die in
ihr offenbarte Gefühlswelt. Und die ist durch und durch weiblich
bevölkert.
"Dieses Album ist allen Frauen gewidmet", betont Shaggy.
"Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke und mir überlege,
wer mich am meisten geformt hat, wer in den entscheidenden
Situationen den Unterschied ausmachte, dann waren das fast immer
Frauen: die Mutter meiner Kinder, meine eigene Mutter, Frauen mit
denen ich arbeitete. Sie haben sich diese Hommage einfach
verdient." Gesagt, getan! "Lucky Day" ist eine
verdammt gut klingende Erklärung der Wertschätzung geworden. Ein
Album, das die Weiblichkeit in all ihren Facetten feiert.
Aufgenommen hat Shaggy es in heimischen New Yorker Gefilden. Im
privaten Klanglabor und in den Big Yard Studios. Dorthin lud er
sich unter anderem langjährige Freunde und Produzenten wie Robert
Livingston, Sting Intl., Dave Kelly und Christopher Birch ein. Außerdem
auf der Gästeliste: Sänger wie Barrington Levy ("Full
Control"), Chaka Khan ("Get My Party On") und Big
Yard's Rik Rok ("These Are The Lips"). Alle 14
Songs wurden von Shaggy entweder selbst geschrieben oder sind
zumindest unter seiner Co-Autorenschaft entstanden. Zudem
war er maßgeblich an der Produktion beteiligt.
Wenn man den unglaublichen Erfolg von "Hotshot" bedenkt,
ist es erstaunlich, wie wenig Druck Shaggy bei diesem Album an
sich heran gelassen hat. "Wir waren fest entschlossen, diese
Platte total "dope" klingen zu lassen. Trotzdem ging
dann alles überraschend schnell", erinnert er sich.
"Der Erfolg des letzten Albums hat mir viele Freiheiten
verschafft. Bei der Auswahl der Songs und der Entscheidung für
bestimmte Musiker und Produzenten hatte ich diesmal völlig freie
Wahl." Diese Freiheit hört man dem Album an, von der ersten
bis zur letzten Note.
Sie steckt im Funk von Songs wie "Shake Shake", "Hooky
Jookie" oder dem Titeltrack. In ihnen taucht Shaggy ganz tief
ein in die Welt der Dancehall, in der man die Schönheit und
sexuelle Aura des weiblichen Körpers schon immer zu feiern wußte.
"Diese Songs sind jung und wild", berichtet Shaggy
begeistert. "Sie sind sehr humorvoll und transportieren
dennoch eine ganze Reihe reifer Einsichten und Bemerkungen".
Dieser Spannungsbogen gilt insbesondere für die erste Single
"Hey Sexy Lady", die musikalisch mit einem fiebrigen
Trompetensolo und zackigen Flamenco-Tupfern zu überraschen weiß.
Aber Shaggy beherrscht auch das ernstere Fach. "Walking In My
Shoes" ist ein engagiertes Werben für Hoffnung und Mitgefühl.
Ein Aufruf, sich über künstliche Grenzlinien hinwegzusetzen, die
man als Rasse, Geschlecht oder Nationalität auf seiner alltäglichen
Wahrnehmung eingezeichnet hat. "Lost" ist ein Song, der
das "Thug Life", das im HipHop immer wieder
glorifizierte Leben des Gangsters, einmal aus der Perspektive
einer ebenso liebenden wie leidenden Familie darstellt. Das
melodische "Full Control" ruft auf zur Befreiung der
Frau, während "Strength of a Woman" und "These Are
The Lips" einfach nur Liebeslieder mit positiver Message
sind, die man selten so gut auf den Punkt gebracht vorfand wie
hier. "Auf wie viele Arten kann man sagen, dass man jemanden
liebt?", fragt sich Shaggy. "Wichtiger als das, was man
sagt, ist oft, wie man etwas sagt. Wenn ich eine Platte mache,
dann versuche ich neue Blickwinkel auszuprobieren."
Mit dem dynamischen "Another Day" schließt sich der
"shaggysche" Themenkreis: das Feiern der Körperlichkeit,
die Lobpreisung alles Weiblichen und schließlich der Dank an Gott
für das Geschenk des Lebens. "Auf jedem meiner Alben gibt es
einen Song, in dem ich einfach nur Gott danke", gesteht
Shaggy. "Bei allem was man tut, sollte man bedenken, dass es
ohne Gott einfach nicht geschehen würde."
Shaggy wurde als Orville Richard Burrell in Kingston, Jamaica
geboren. Bereits als Kind bekam er von seinen Freunden den
Spitznamen Shaggy verpasst, nach einer Figur aus der populären
amerikanischen Zeichentrick-Serie "Scooby Doo". Mit 18
Jahren verließ er Jamaika und zog zu seiner Mutter nach Brooklyn,
New York. Kaum angekommen, arbeitete er schon an seiner
musikalischen Karriere. Mit "Mampie" und "Big
Up", zwei harten Dancehall-Tracks, beide wurden sie Nummer
eins der Reggae-Charts, erlangte er erste Berühmtheit.
Der internationale Erfolg begann mit der Veröffentlichung seines
Debütalbums "Pure Pleasure". Die Single "Oh
Carolina" belegte Platz eins in neun Ländern, in Großbritannien
wurde sie gar zu einem der größten Hits in der Geschichte der
Charts. 1995 folgte das Album "Boombastic" und mit ihm
der ganz große Erfolg in den USA. Es erhielt Platin und gewann
den Grammy für das beste Reggae-Album des Jahres. Die
gleichnamige Single erklomm internationale Spitzenplätze: Platz
drei in den Billboard-Charts, Platz eins in vielen Ländern
Europas.
Im September 1996, nachdem er eine Welttournee beendet hatte, ging
Shaggy wiederum ins Studio, und nahm sein drittes Album "Midnite
Lover" (1997) auf. Zu dieser Zeit hatte er sich als Künstler
bereits gut etabliert, Fans solch unterschiedlicher Stile wie Pop,
Reggae, R&B und Weltmusik konnten sich auf seine Musik
einigen. Er steuerte Songs bei zu Filmen wie "Speed II",
" Aus dem Dschungel in den Dschungel " und "
Stella's Groove - Männer sind die halbe Miete ".
Doch dann es sollte noch besser kommen. Mit "Hotshot",
seinem ersten Album für das Label MCA, gelang der Vorstoß in
noch höhere Sphären. Man kann dieses letzte Album nur als Phänomen
beschreiben. Hier ein paar Eckdaten: Die Singles "It Wasn't
Me" und "Angel" stiegen zu Nummer eins Hits in
ungezählten Ländern auf, im vereinigten Königreich war "It
Was'nt Me" sogar die meistverkaufte Single des Jahres 2001.
Mit einer ausgedehnten Welttournee, die diese Bezeichnung in der
Tat zurecht trug, spielte Shaggy nicht nur in Nordamerika und
Europa, sondern auch in Asien, Afrika, Lateinamerika, Australien
und Neuseeland. Er gewann zwei Billboard Music Awards in den
Kategorien "Male Artist of the Year" und "Male
Album Artist of the Year."
Im Jahr 2002 kamen der begehrte Brit Award als "Best
International Male" und ein wahrer Preisregen bei den World
Music Awards hinzu ("Best Selling Male Artist",
"Best Selling R&B Male Artist", "Best Selling
Pop Male Artist" und "Best Selling American
Artist"). Schließlich gesellte sich noch ein
kanadischer Juno Award für das "Best Selling Album" zu
diesem erlauchten Kreis. Doch über diese beeindruckende Statistik
hinaus, gilt es eine weitere Leistung Shaggys zu würdigen: Es ist
ihm gelungen, Reggae die Tür zum Erfolg sperrangelweit aufzustoßen.
Shaggy beweist, dass Sounds aus der jamaikanischen Dancehall
durchaus als Mainstream-Pop auf der ganzen Welt funktionieren können.
Dass sie sogar prägend auf den Mainstream wirken, wie man an
Top-Bands wie No Doubt sehen kann, die auf ihrem letzten Album
voll auf den Dancehall-Style als tragendes Element setzen.
Mittlerweile hat Shaggy sogar ein eigenes Label gegründet, die
Big Yard Music Group, welche er mit seinem langjährigen Manager
Robert Livingston gemeinsam betreibt. Ihr erstes Release war ein
Solo-Album von Rayvon, der sich auf "Angel" das Mikrofon
mit Shaggy teilte. Weitere Unternehmungen der letzten Zeit führten
Shaggy unter anderem mit Toni Braxton zusammen. Gemeinsam mit ihr
war er auf dem Song "Christmas in Jamaica" zu hören.
Besonders gern erinnert sich Shaggy an die erfolgreiche "Hotshot"-Tour
zurück: "Der Hauptgrund, warum ich immer in dieses Business
wollte, ist, dass ich es liebe auf der Bühne zu stehen. Ich mache
Platten, damit ich auf der Bühne zuhause sein darf!" Shaggys
Leben im mobilen Wohnzimmer haben auch sein aktuelles Songwriting
stark beeinflusst: "Als ich ,Strength Of A Woman' schrieb, da
war ich gerade in Südafrika. Dieser Song hat eine Marke gesetzt.
Er hat eine Stimmung begründet, die für das Album sehr wichtig
wurde."
Mit der Gründung seines Labels Big Yard/MCA und der anstehenden
Veröffentlichung von Lucky Day hat sich der Freizeitanteil in
Shaggys Leben auf ein Minimum reduziert. "Doch das ist
okay", meint er, "schließlich verbringe ich meine Zeit
mit dem, was ich am meisten liebe. Ich mache Musik und zaubere mit
ihr ein Lächeln auf das Gesicht vieler Menschen. Mein größter
Wunsch ist es, ein Album zu machen, das die Leute in ihren
CD-Player stecken und kein einziges Stück überspringen möchten."
Wie man weiß, werden Shaggys Wünsche meistens wahr.
Offz.
Homepage: www.shaggyonline.com
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