Jan Plewka
|
|
|
Es war ein langer Weg, den der notorische Drei-Tage-Bart-Träger zurücklegen musste, ehe er uns heute sein Masterpiece vorlegt. Wobei JAN PLEWKA bereits vom ersten Tag auf Erden Größe und Durchsetzungsvermögen bewiesen hat: Geboren am 29.10.1970 im "Marienkrankenhaus" von Hamburg/Wandsbek, war er mit satten sechs Kilo eines der dicksten und kraft seines durchschlagenden Organs eines der lautesten Babies, die dort je das Licht der Welt erblickt haben. Dass JAN seine Tage als Künstler fristen würde, war ihm "schon als Kind völlig klar", wie er selbst sagt. Neunjährig gründete er seine erste Band Blackfire. Motivation für diesen Schritt, wie so oft bei JAN - notorischer Liebeskummer. Weil die von ihm Angebetete seine Gedichte nicht annehmen wollte, hat er ihr diese Lyrik zusammen mit seiner Band kurzerhand auf dem Schulhof vorgetragen. Zwischen seinem 9. Und 11. Lebensjahr hatte Jan etliche Jobs als Synchronsprecher im "Studio Hamburg", auch war er Darsteller und Drehbuchautor einer Episode der "Sesamstraße". Mit 12 gründet er seine zweite Gruppe mit dem nicht sehr anheimelnden Namen Matsch. Weitere Combos folgen in den nächsten Jahren, dazu Hauptrollen als Schauspieler sowie Sprecher-Rollen bei Hörspielen. Wie nebenbei schloss JAN auch noch die Fachoberschule für Graphik und Gestaltung ab, absolvierte danach seinen Zivildienst. Fünf lange Jahre lebt JAN den euphorischen Rock & Roll-Traum, der sich am Ende jedoch nur noch in Müdigkeit, Entfremdung und schlichter Überforderung äußert. Also zieht JAN PLEWKA 1997 die mentale Notbremse und flüchtet sich beinahe über Nacht mit seiner Frau Anna und dem neu geborenen Töchterchen nach Schweden in eine abgelegene Holzhütte. "Ich denke, das war schon eine Art Flucht", reflektiert Jan. "Meine Gattin hat mich drauf gebracht, dass wir viel zu lange in einer großen Stadt leben und ich immer hektischer werden würde, und dass diese Umstände so gar nicht zu meinem eher introvertierten Charakter passen. Ich war jedenfalls nahe dran, mich vom Moloch Großstadt auffressen zu lassen.
Deshalb packten wir einige wenige Sachen zusammen und zogen in die skandinavische Einöde. Es war wundervoll - ich habe ganz schlichte Dinge getan wie Angeln, Pilze sammeln, spazieren gehen oder mich um das Baby kümmern. Musik habe ich in jener Phase nur auf der Wanderklampfe am Kaminfeuer gemacht. Doch nach einem Jahr war's auch gut mit dem Naturflash, ich hatte die dunklen Dämonen des Rock & Roll vertrieben, jetzt war ich wild drauf, wieder in professionellem Rahmen Musik zu machen." Diese CD liegt momentan auf Halde, doch die Arbeit daran bewirkte bei PLEWKA, dass "ich wieder Blut geleckt hatte, ernsthaft und leidenschaftlich Musik zu machen", erklärt er. Und so tat sich JAN im letzten Jahr mit dem Komponisten Marco Schmetje zusammen, mit dem er sich eine Woche lang, nur mit einem Vier-Spur-Aufnahmegerät, einem Mikrofon und einer Gitarre bewaffnet, in ein kleines Haus irgendwo in der spanischen Pampa rund eine Autostunde von Madrid entfernt zurückzog. "Es war der heißeste Sommer in Spanien seit Jahrzehnten", erinnert Jan sich an diese Tage, "und wir haben reichlich geschwitzt beim Erarbeiten der neuen Lieder. Außerdem haben wir schon morgens Alkohol getrunken, was den Entwicklungsprozess auch nicht eben erleichtert hat. Doch alles in allem hat sich dieser verrückte Trip gelohnt, wir kehrten nach Hamburg mit den Rohversionen für ein komplettes Album zurück." Diese Rohlinge wurden in nur fünf Wochen vom Selig-Produzenten Franz Plasa in dessen Studio veredelt - "Zu Hause da war ich schon" entstand. Für JAN war, wie häufig bei ihm, existenzieller Weltschmerz der Auslöser für diese Scheibe. "Davor", kichert der inzwischen zweifache Familienvater, "schützt mich nicht mal die gute Ehe, wie ich sie führe! Für mich ist Leben eine Art Akt der Verzweiflung. Am liebsten würde ich morgens aufstehen, durch den Tag schlendern und mir am Abend die Eindrücke aus dem Herzen schneiden, die ich gesammelt habe, um sie in Lieder zu gießen. Es scheint, das ist meine Bestimmung, etwas anderes interessiert mich nicht in meiner Existenz." Offz. Homepage: Jan Plewka
|
|
|
Jan Plewka zu Gast bei kenfm (live auf Radio Fritz) am 3.03.02 Dort trat Jan Plewka nicht nur auf, sondern mußte mit dem Gitarristen seiner Band so einige Aufgaben bewältigen. Ob Zelt aufbauen, Wäsche waschen oder Puppentheater spielen... |
|
|
|
|
|
|
|
© 2000-2002 by P.Preuss
/ Backstage7
|