SPORTFREUNDE STILLER

das sind:  PETER S. BRUGGER / RÜDIGER LINHOF / FLORIAN WEBER

„Daß wir die Welt retten sollen, wird zwar von uns verlangt, dürfte aber schwierig werden.“ (Flo)   „Ich wünsche mir, daß alle, die uns bisher gerne gehört haben, auch weiterhin gerne hören, und das auch all ihren Freunden sagen.“ (Peter)

„Ich habe das neue Album so oft gehört, daß ich es einfach nicht mehr einschätzen kann. Aber zweifelsohne gab es eine Zeit, wo ich es richtig gut fand.“ (Rüde)

Stadiontore auf! Die Equilibristen der Eloquenz, die Royals der fleischigen Riffe (mit extra Majo), die Radikalspontis im Haifischbecken des Musikbusiness´ sind zurück, groß geschrieben. Die sportliche Bilanz: der hochverdiente Mehr-als-Achtungserfolg des Sportfreunde-Albumdebüts „So wie einst Real Madrid“ (Top 50 deutsche Album-Charts); die ebenso furiosen wie ausverkauften Konzerten allerorts; sowie Florians Diplom als Sportwissenschaftler.
Dann nix wie weg: die Münchner Triologie geht ins spanische Exil, um dort der Sonne und Producer Uwe Hoffmann eine Chance zu geben. Herausgekommen ist „Die Gute Seite“, eine Liedersammlung, die mehr als eindrucksvoll und anschmiegsam unterstreicht, daß es dick und manchmal auch feinziseliert weitergeht.
Ein äußerst kompaktes, buntes Album; überbordend, beinahe platzend ob all der euphorischen Arrangements, goldenen Melodien und kraftspendenden, manchmal sehr einfachen, immer aber richtigen Auf-den-Punkt-Worte.
Da fliegen die Metaphern, da wird Jack Kerouac (statt Hans Rosenthal) gesampled, und der ist im Sportfreunde-Universum bekanntlich einer der Besten auf der guten Seite.
Es geht um das Leben und die Liebe, und zwar die ganze Skala rauf und runter. Manchmal frustriert, manchmal ungestüm, öfters mal ernst, immer aber zuversichtlich, entwaffnend natürlich, augenzwinkernd und motivierend. Wärme, Freundschaften, ein Lachen am richtigen Ort, das Gute im Menschen - da sind die Sportfreunde unrettbare, aber bei weitem nicht blinde Romantiker. Sie leben und praktizieren Bürgernähe und sind dadurch zweifelsohne „welche von uns“ - oder sind das gar wir?
Lieblingssongs? Unzählige, aber:
„Das Titelstück, weil es unter lustigen Bedingungen zustande kam. Bei den Aufnahmen in Spanien saßen wir drei immer auf unserem Balkon und haben tagelang das gegenüberliegende Haus beobachtet. Pornofilme, heftige Streitereien, Liebe, Haß, das ganze Spektrum in allen Fenstern, in Wort und Bild. Irgendwann bemerkten wir, daß wir hier die einzigen Leute sind, die konstant und standhaft bleiben. Wir waren eben auf der guten Seite.“ (Rüde)
„10:1 natürlich. Wir sind nämlich von der Straße und das Lied sind unsere Wurzeln.“ (Flo)
Neue Entwicklungen?
„Textlich gesehen auf jeden Fall. Da sollte man nicht stagnieren, aber die Liebe muß immer ein Thema bleiben, weil, wenn die Liebe nicht mehr ist, kann auch die Band nicht existieren.“ (Peter)
„Ein Schlagzeuger muß sich nicht entwickeln. Siehe Keith Moon: Spielen, spielen, spielen und irgendwann mit dem Auto ab in den Pool, das war´s dann.“ (Flo)
 
Die letzten zwei Jahre seit Veröffentlichung von „So wie einst Real Madrid“ sind ruckzuck vergangen und waren laut Rüdiger „voller Abenteuer, lustiger Erlebnisse und schöner Erinnerungen“. „Da haben sich unglaubliche Sachen abgespielt, von denen ich sagen muß, daß sie uns glücklich gemacht haben“, ergänzt Peter. Die drei Kollegen wurden noch mehr zu einer unentschweißbaren, aber schweißtreibenden, zu einer wilden, aber auch hochprofessionellen Einheit. Und Rüde hat dabei vier Mobiltelefone verloren.
Und noch was: nach den Beatles und den Rolling Stones werden die Sportfreunde Stiller in diesem Jahr auch den legendären Münchner Circus Krone bespielen und beglücken. Eine Verneigung und Danksagung an Eltern, Trainer, Förderer, Vorbilder und alle, die es schon immer gewußt haben - eben an „die gute Seite“.
Sportfreunde Stiller im WM-Jahr 2002: ist das Power-Pop, The New Sound Of Munich, Post-Punk oder Diskursrock? Nichts davon. Es ist Music For The Masses, aber dermaßen.

Offz. Homepage:  Sportfreunde Stiller

 

Single: „Ein Kompliment“  

VÖ: 04.03.2002

Album: „Die Gute Seite

VÖ: 2.04.02

Motor

 

CD-Vorstellung

 

 

 

Sportfreunde Stiller zu Gast bei kenfm am 24.03.02

 

Es war der 14.05.2002, ein gemütlicher Dienstag Abend und die Sportfreunde Stiller waren in Berlin! Die Columbiahalle war mit 3000 Leuten komplett ausverkauft (das größte eigene Konzert, das die Sportfreunde Stiller je gespielt haben!!). Es waren übrigens nicht nur weibliche und nicht nur minderjährige Fans. Im Gegenteil- die Mischung war sehr angenehm. Und der Eintrittspreis hatte sich für alle gleichermaßen gelohnt, denn solch ein Konzert erlebt man nicht allzu oft! Die Stimmung wurde angeheizt durch die Vorband „...“. Man merkte jedoch auch deutlich, auf wen die Leute eigentlich warteten. Und dann war es auch schon soweit. Gegen 21.30 Uhr kamen Peter, Flo und Rüdiger auf die Bühne und legten sich unter frenetischem Jubel erst einmal mit "Komm schon" und "Wellenreiten" ordentlich ins Zeug. Die Sportfreunde hatten das Publikum vom ersten Ton an auf ihrer Seite. Es folgte im Laufe des Abends eine abwechslungsreiche Mischung der beiden Alben "So wie einst Real Madrid" und "Die Gute Seite". Das Publikum sprang, tanzte, sang fast jedes Lied auswendig mit und schwitze wie verrückt...und, wollte die 3 Herren gar nicht gehen lassen. So kam es, dass die Sportfreunde Stiller zweimal für Zugaben auf die Bühne kommen mussten oder eher durften, denn sie genossen es augenscheinlich!! Die Begeisterung in der Columbiahalle wollte kein Ende nehmen. Großartig war auch noch die sportliche Einlage vom Sportfreund Peter, der auf einem aufblasbaren Handy übers Publikum surfte. Schluss war dann gegen 23:30 Uhr, es war ein perfekter Abend, die Sportfreunde haben Berlin gerockt!! Und alle Anwesenden werden nun auf den nächsten Tourtermin warten. Denn an diesem Abend sind garantiert die Erwartungen nicht enttäuscht worden. Die Sportfreunde Stiller sind eindeutig „Auf der guten Seite...“

(josi und lysann)

 

Am 28.06.02 war MTV Campus Invasion in Potsdam

Sportfreunde Stiller waren dabei, weitere Fotos hier...

Sportfreunde Stiller

 

10 Jahre Radio Fritz und aus dem Anlass gab es am 1.03.03 ein Konzert und da durften die SPORTFREUNDE STILLER auch nicht fehlen. Fotos hier.

 

Sportfreunde Stiller 2007

 Vorstellung ihres neuen Albums " La Bum "

In einem kleinen Club in Berlin stellten die Sportfreunde Stiller ihr neues Album vor. Natürlich war der Club bis in die hinterste Ecke gefüllt. Die Band liess auf sich warten und diese Zeit verbrachten die Fans damit zu singen und schon einmal ohne die Sportis die Band zu feiern. Gegen 21.30 Uhr kamen dann endlich die Jungs auf die Bühne und begannen ihr Konzert. Natürlich kamen sie nicht darum herum auch einige ihrer Hits zu spielen und so gab es die neuen Songs und ältere. Fans von 16 bis 50 waren da. Man konnte aber nicht nur Fans sondern auch von einigen befreundeten Bands Mitglieder entdecken. Sportfreunde Stiller haben das gewisse Etwas und so wird auch ihr neues Album wieder ein Erfolg werden. Das Konzert war es auch schon einmal.

p.p.

 

Teil 1. Die trockenen Fakten

 Am 03.08. melden sich die Sportfreunde Stiller mit ihrem vierten „regulären“ Album zurück.

„La Bum“ ist der Titel vom nächsten Kapitel, vom lang angekündigten Nachfolger zum mit Gold ausgezeichneten und bis dato erfolgreichsten Sportfreunde-Longplayer „Burli“. Jenes Album konnte sich 2004 auf Position 2 der deutschen Charts  platzieren und war Heimat von gleich drei Hitsingles. („Siehst Du das genauso?“, „Ich, Roque“ sowie „1. Wahl“) 

Seitdem ist viel Wasser die Isar hinuntergeflossen.

Drummer Flo Weber und Sänger Peter Brugger feierten Achtungs- bzw. Charterfolge mit ihren Zweitbands Boltzplatz Heroes bzw. TipTop. Das erste Sportfreunde-Livealbum „Evil“ erschien. Die Sommermärchen-Euphorie der WM 2006 schließlich schenkte unseren drei Bewegungstalenten die erste Nummer Eins für ihren Fußballsong „54, 74, 90, 2006“ (bzw „...2010“). Obendrein trägt der Song den Titel, „Meistdowngeloadeter Song der deutschen Musikgeschichte“. Das WM-Album „You Have To Win Zweikampf“ rauschte in diesem Sog ebenfalls auf die #2. Als Höhepunkt fanden sich Peter, Rüde und Flo auf der Bühne der WM-Abschlussfeier auf der Berliner Fanmeile vor über einer Million Zuschauern wieder.

Die Einmaligkeit dieser Situation und des Hits ist den Sportfreunden natürlich klar.

Deswegen geht es weiter im Programm, als wäre nichts geschehen. Oder sagen wir's so: Es geht nicht anders weiter, als es weiter gegangen wäre, hätte der WM-Sommer 2006 nicht stattgefunden.

Alles roger?

„La Bum“ wartet also einmal mehr mit den Stärken und den lieb gewonnenen Schwächen auf, für die wir die Sportfreunde ins Herz geschlossen haben: Melodien, die ins Ohr gehen und es sich dort häuslich einrichten. Unzynische Lieder ohne Schlaubergerei, die sich der mutigen Aufgabe stellen, nicht weniger als das Wahre, Berührende und Schöne zu suchen und dies in klaren Worten und holprigen Reimen finden. Songs über die Dinge eben, über die sich drei Glückspilze mit offenen Augen aus dem Süden so Gedanken machen. Lieder über Liebe, die glückliche („In unmittelbarer Ferne“) und die unglückliche („Tu nur das, was dein Herz dir sagt“). Über Vorbilder (“Legenden“) oder über Erinnerungen „9/95er Tief über Island“. Lieder, die bei ihren zahlreichen Fans, die sich die gleichen Gedanken machen, offene Türen einrennen.

Picken wir uns ein paar dieser Titel: 

Zum Anfang eines Albums sollte Aufbruchstimmung herrschen, und schmissiger als mit „Das nächste Kapitel“ könnte man ein solches nicht aufschlagen. „Alles Roger!“ legt noch eine Schippe drauf. Es darf gerockt werden, mit Augenzwinkern. Dabei macht sich der Text nicht nur leichtfüßig über den Wahn, Fremdwörter zu gebrauchen, lustig. Sondern behandelt im Kern, so Peter, Kommunikationsstörungen und Missverständnisse.  

Bassist Rüde steuert den Text zu „In Unmittelbarer Ferne“ bei. Eine verliebte Ballade über ein Thema, das tourende Musiker zur Genüge kennen, aber auch Fernfahrer, Stewardessen, oder wer immer sonst viel unterwegs sein muss: Der Trennungsschmerz on the road. Die einfachen Worte sagen es oft am ehrlichsten und besten: „Du fehlst mir, du fehlst mir!“

Dies gilt auch für „Tu nur das, was dein Herz dir sagt“. Dies ist schließlich der einzige Tipp, den man in einer Situation wie dem gleichnamigen Song (= Beziehung droht, den Bach runter zu gehen) geben kann. Der Text stammt hier übrigens von Drummer Flo, der damit also auch all jenen, die ihn für den Bandclown Haudrauf halten, beweist, dass er auch gefühlvoll kann. 

Ein Highlight sicher auch „Eine gute Nacht“. Ein Gitarrenriff, dafür geschaffen, die Indie-Dancefloors zu fressen, und ein Refrain, der Euphorie in Worte packt, wie es nur die Sportfreunde können: „Da oben leuchten die Sterne, und hier unten leuchten wir!“ 

Den glorreichen Abschluss bildet letztlich das hymnenhafte „Legenden“. Ein Song, der bewusst allgemein inspirierenden Menschen, Vorbildern, gewidmet ist, egal ob privat oder prominent – die Sportfreunde nennen keine Namen, schließlich sollen die Fans hier ihre eigenen Assoziationen einsetzen. (Sollen WIR einen verpetzen? Buffalo Tom. Stichwort „You have to dream bigger!“). Sagten wir „Hymne“? Die „Nananana!“s zum Ausklang dieses künftigen Sporties-Klassikers sind so gekonnt frech bei „Hey Jude“ gemopst, dass Noel Gallagher zufrieden grinsen würde.

Ganz ohne Neuerungen kommt auch „La Bum" dennoch nicht aus. Auch bei den Sportfreunden wird dauerhafte Beschäftigung mit dem Instrument ausweglos ins zwangsweise Beherrschen desselben führen (irgendwann jedenfalls), ergo erleben wir auf „9/95er Tief über Island“ Peters erstes (!Fanfare!) Gitarrensolo! Rüde wiederum wagt sich auf „Sodom“ erstmals ans Mikrofon (in der MiddleEight). Außerdem, und das ist dann doch ein Eingeständnis an den Fußball-Overload: Erstmals wird kein Sportart auch nur irgendwie erwähnt. Wenn man die eine kleine Referenz ans Surfen in „9/95er Tief über Island“ überhört, was wir hiermit geflissentlich tun. 

Die erste Single des Album ist „Alles Roger“. Der Song über (so Peter) „Kommunikation und Mißverständnisse“ erscheint am 20.07. und schlägt mit seinem kernigen Gitarrenriff in die Kerbe früherer Sportfreunde-Rocker wie „Ich, Roque“.

Im Herbst gehen die Sportfreunde auf ausgedehnte Deutschlandtournee und leisten sich einmal mehr den Luxus, persönliche Lieblingsbands als Support zu verpflichten: Johnossi, Ash, Shout Out Louds.

Teil 2. Von Anfang an.

Wenn man damals, Mitte der 90s, in Münchens Indie-Britpop-Szene unterwegs war, kannte man sich. Es waren schließlich immer die gleichen Gesichter auf den Konzerten. Man traf sich als eingeschworener Kreis im Strom Linienclub zum Happy Monday von DJ Marc Liebscher.

Also kannte man auch den Peter, der trommelte schließlich bei The Vertical Orange Car Crash. Richtig, richtig gut sogar, elegant, federleicht schwang er die Pinsel und/oder kloppte hart und präzise in die Felle, als perfekter Schattenmann für den virtuosen Gitarristen und Frontmann des Trios.

„Der Peter hat jetzt auch ne Band“ erwähnte Nicole eines Tages, als wir verabredeten, uns jene  Vertical Orange Car Crash in ihrem heimischen Jugendhaus in Germering anzuschauen. Peters Band nämlich, „Endkrass“, würde an jenem Abend ihr Debüt geben.

Ans Jugendhaus Knast erinnere ich mich wenig. Ein typisches Gemeinde-Jugendzentrum halt. Auch vom Gig von VOCC ist nichts übrig geblieben. Sehr wohl aber erinnere ich mich an den Auftritt von Endkrass. Peter, der doch so feinfühlig trommeln konnte, schrubbte die Saiten seiner Rockgitarre mit der Grazie eines Holzfällers in Skischuhen. An den Drums saß ein Klotz, der sein Instrument offenbar beim „Tier“ aus der Muppet Show gelernt hatte. Wir kannten ihn nicht. Man sagte, das sei der Flo, den habe der Peter beim Studium kennen gelernt. Bassist Andi, der blonde Schlacks, gab sich Mühe, damit so wenig wie möglich zu tun zu haben.

Was hatten wir einen Spaß!

Denn so dilettantisch dies war, so unmöglich war es, nicht von einem Ohr zum Anderen zu grinsen. Den Buben waren ihre Defizite ja mehr als bewusst. Aber sie machten sich eine Gaudi draus, sie kokettierten damit. Über versaute Einsätze oder den falschen Akkord lachten sie selbst am lautesten.  In der Nacht waren wir uns alle einig, dass Endkrass eine Show waren. Plus: An ihre Songs wie „Lobby“ oder „Unbekannten Jahren“ konnte man sich noch Wochen später erinnern. 

Als wir kurz darauf hörten, dass Marc (Liebscher, ihr kennt ihn), der auch in Germering war an jenem Abend, die Drei nun managen wollte, hielten wir das trotzdem für albern oder zumindest unangemessen. Wer würde diese brezelnden Anfänger schon hören wollen? Außer uns, die ja ihre Kumpels waren? Wie auch immer, wenn sie dann auftraten, waren wir so oft wir konnten dabei. Weil man jedes Mal wusste: das wird ein Top-Spaß.

Sie spielten jetzt häufig. Marc organisierte ein Konzert nach dem Anderen. Sie hießen auch nicht mehr Endkrass, sondern Stiller. Andi stieg irgendwann aus und wurde ersetzt. Zuerst durch einen lebensgroßen Mr. Spock aus Pappe, dann durch einen genauso schweigsamen Typen, der seine Lockenmähne im Kreis schwang und als Erster in dieser Band sein Instrument zu beherrschen drohte. „Rüde.“ Wir wollten Mr. Spock zurück. Anfangs, später hatten wir ihn akzeptiert. Aber wir wurden ja nicht mehr gefragt.

Denn wir waren längst nicht mehr nur noch die alte Strom-Clique, die sich auf den Konzerten traf. So wie uns ging es nämlich allen. Wer Stiller gesehen hatte, kam garantiert wieder. Und hatte Freunde dabei. Die Hallen wurden größer. Die Konzerte fanden nicht mehr nur in München statt. Und wenn im Umland ein Festival war, war ein Slot des Programms wahrscheinlich an die Drei vergeben. 

Einwurf.

Wir hätten es eigentlich spätestens jetzt merken müssen, dass diese Drei was ganz Ausgezeichnetes, Unwiderstehliches hatten. Dass ihre Fähigkeit, auf Konzerten und in Songs eine Verbindung, ja eine Freundschaft zu ihrem Publikum aufzubauen, ihresgleichen sucht. Vielleicht sogar weltweit.

Schaut sie euch heute auf einer großen Festivalbühne an – zwischen den größten Namen. Und welcher Band frisst das ganze Publikum aus der Hand? Von welcher Band hat jeder Einzelne im Publikum den Eindruck, die da oben seien seine Kumpel, mit denen man sich sonst abends aufs Bierchen trifft?

Uns hätte auch auffallen müssen, dass ihre Songs weit mehr waren als munter erstolperte Glückstreffer. Ihre Refrains blieben in unserem Kopf – und das ist doch, was Refrains tun sollen. Auch die Texte waren längst nicht so unbedarft, wie sie taten. Aber es war halt die Zeit, in der deutscher Gesang noch streberhaft und neunmalklug sein musste. Wenig aussagte, dies aber in möglichst komplizierten Wortkaskaden. Dass hier der umgekehrte Weg gegangen wurde – mit einfachsten Worten die wichtigen Dinge zu tacklen – kapierten wir erst viel später.

Damals fanden wir noch, dass doch andere Bands CDs aufnehmen, aber doch nicht Stiller. Die EPs „Macht doch was ihr wollt – ich geh' jetzt“ und „Thonträger“ mussten wir andererseits aber natürlich haben. „Den Laden machen die doch nie voll!“ sagten wir, als sie das Metropolis buchten. Und fanden uns unter 700 Fans wieder. Wir sagten das Gleiche übers Babylon. Da passen 1.500 Leute rein. Ausverkauft, eh klar.

Inzwischen waren aus Stiller die „Sportfreunde Stiller“ geworden. Weil es immer irgendwo eine obskure Hamburger Band gibt, die deinen Namen schon besetzt hat.

Das aber änderte gar nichts. Von nun an hörten wir  nicht mehr auf zu Staunen, Jahr für Jahr. „Wie jetzt, die haben nen Majorvertrag unterschrieben?“ Naja, so sehr man es ihnen gönnte, jetzt war aber das Höchste der Gefühle erreicht. Dachte man, bis man tatsächlich das Video von „Wellenreiten“ plötzlich auf MTV sah. Auch „Fast wie von selbst“ das „Heimatlied“ und „Wunderbaren Jahren“ liefen nicht nur, sondern waren echte Hingucker. Das Debütalbum „So wie einst Real Madrid“ knackte sogar die Charts. Wow. Doppelwow.

Zwei Jahre danach: „Ein Kompliment'“ toppte das Erreichte noch mal. Jetzt wurden sie sogar im Radio gespielt. Das dazugehörige Album „Die Gute Seite“ ging... in die TOP TEN?? „Eine GOLDENE Schallplatte?“ „Der ECHO???!!“

Okay, DAS war aber wirklich das Ende der Fahnenstange. Alles, was diese drei Chaoten möglicherweise erreichen könnten, war erreicht.

Von wegen, es ging noch mal weiter nach oben.

Album Nummer Drei, „Burli“, wurde nur von der in der gleichen Woche veröffentlichenden Anastacia von der Nummer Eins zurückgehalten. Den Hits „Ich, Roque“ und „Siehst Du das genauso“ konnte man unmöglich aus dem Weg gehen. Die goldene Schallplatte war jetzt fast schon selbstverständlich, an die Gesichter der Drei im Fernsehen hatte man sich fast gewöhnt. Auch an der Münchner Olympiahalle scheiterten sie nicht. Statt dessen spielten sie die 10.000er-Halle, als wäre sie das Knast in Germering. Vor einem Publikum aus besten Freunden. Nur halt ein paar mehr. 

Und dann: 2006. Die Zahl, bekannt auch aus dem Songtitel. Das Sommermärchen. Ein Lied, gegrölt aus hunderttausend Kehlen. Ergebnis – was auch sonst - einer bandinternen fixen Idee, die sich zur richtigen Zeit den richtigen Ort fand, um das Richtige zu sagen. Am Ende stand die Fanmeile. 

2007. „La Bum“. Es kann nur noch abwärts gehen. Das bisher erreichte KANN nicht mehr getoppt werden.

Irgendwo habe ich diese Sätze schon mal gehört...

Text: Henning Furbach

 

Sportfreunde Stiller live:

02.08.07 A-Pirkdorfersee, Lake 07 Festival

03.08.07 A-Lustenau,, Szene open air

04.08.07 Anröchte, big day out 4 Festival

11.08.07 Eschwege, open flair

13.08.07 Hu-Budapest, Sziget Festival

18.08.07 Ch-Gampel Open Air

25.08.07 Püttlingen, Rocco del Schlacko Festival

26.08.07 A-Klam, Clam Festival

01.09.07 Konstanz, Rock am See

17.09.07 Stuttgart, Porsche Arena

18.09.07 Frankfurt, Jahrhunderthalle

19.09.07 Köln, Palladium

22.09.07 Münster, Münsterlandhalle

23.09.07 Hannover, AWD Hall

24.09.07 Hamburg, Sporthalle

26.09.07 Berlin, Arena

27.09.07 Dresden, Messehalle 1

28.09.07 Leipzig, Arena

30.09.07 Regensburg, Donauarena

01.10.07 München, Olympiahalle

12.10.07 Ch-Bern, Bierhübeli

13.10.07 Ch-Solothurn, Kofmehl

14.10.07 Ch-Zürich, X-tra

22.10.07 Bamberg, Jako Arena

23.10.07 Giessen, Hessenhalle

24.10.07 Dortmund, Westfalenhalle 2

26.10.07 Bremen, Pier 2

27.10.07 Braunschweig, VW Halle

29.10.07 Chemnitz, Stadthalle

30.10.07 Osnabrück, Stadthalle

11.11.07 A-Linz, Posthof

12.11.07 A-Graz, Listhalle

13.11.07 A-Innsbruck, Dogana

15.11.07 A-Wien, Gasometer

(Veranstalter: Blickpunkt Pop)

 

 

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