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Alles
begann im Mai 1991 in Bremen. Zwei junge Mädchen, für die Musik und
Tanz alles bedeuteten, wollten es bis ganz nach oben schaffen: T
alias Judith Hildebrandt und Danii alias Daniela Haak.
Während die beiden Mädchen, die sich damals noch nicht kannten, mit
ihren Träumen beschäftigt waren, arbeiteten die zwei DJs Jens Neumann
und Kai Matthiesen bereits an der Verwirklichung von T’s und Daniis
Hoffnungen - ohne zu wissen, dass es die beiden Girls gibt. Jens und Kai
kannten sich aus der Bremer Diskothek U2, wo sie gemeinsam beschlossen,
nicht mehr länger die Hits anderer Bands aufzulegen, sondern selbst
Hits zu machen. Gemeinsam planten sie die Technogruppe "Satellite
One". Das dynamische Duo war die perfekte Zusammenstellung für das
harte Popgeschäft: Jens (33), der Manager mit dem Talent zum Reden,
Verkaufen und Organisieren - Kai (40), der Produzent mit dem Gespür
für musikalische Trends und der Gabe, Hits zu schreiben. Kai: "Wir
haben uns erstklassig ergänzt. Ich konnte mich auf den künstlerischen
Teil konzentrieren, während sich Jens um die geschäftlichen
Angelegenheiten gekümmert hat. Ohne ihn hätte ich meine Musik nie
verkaufen können und ohne mich hätte er nichts zum Verkaufen gehabt.“
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Während Kai in seinem eigenen Tonstudio
bereits die ersten Songs für "Satellite One"
produziert hatte, machte sich Jens 1991 auf die Suche nach
einer Tänzerin für die Gruppe... und begegnete Judith
Hildebrandt in einem Club. "Ich wusste von Freunden,
dass Jens und Kai dieses Technoprojekt hatten und wollte
unbedingt mitmachen", erinnert sich T an das erste
Treffen mit ihrem zukünftigen Manager. "Aber Jens
wollte mich zunächst nicht in der Gruppe haben... weil ich
damals erst 14 war." Doch T ließ sich.
nicht entmutigen. Willensstärke und Engagement für Dinge, die sie
interessieren, gehören zu ihren hervorstechendsten Charaktereigenschaften -
Judith ist eben ein typischer Skorpion (geb. am 26. Oktober 1976 in Bremen).
Und tatsächlich setzte sich Judith schließlich durch: Sie durfte bei Jens
vortanzen. Kaum legte die Tochter einer klassischen Balletttänzerin los, war
auch Bandmanager Jens von der Begabung der 14-Jährigen überzeugt und nahm
sie bei "Satellite One" auf. "Schon als ich fünf war, meldete
mich meine Mutter bei einer Ballettschule, der 'Royal Dance Academy’,
an", erklärt T ihre Fähigkeiten. "Später lernte ich auch noch
Lateinamerikanische und Standard-Tänze. Außer Reiten und Singen gibt es
nichts schöneres für mich als zu Tanzen - so denke ich auch heute
noch." |
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Auch Danii
begegnete Jens Neumann im Bremer Nachtleben. "Ich war
damals in der HipHop-Szene unterwegs und nahm mit einer Freundin
an Tanz-Wettbewerben teil." Das musikalische Talent hat
Danii von ihren Eltern mit in die Wiege gelegt bekommen - beide
sind gestandene Hardrocker. Am Anfang wurmte es vor allem Daniis
Vater, dass seine Tochter Techno, HipHop und Dancefloor machen
wollte - schließlich hatte er ihr bereits mit acht Jahren das
Gitarrespielen beigebracht, damit aus Daniela auch einmal eine
Hardrockerin wird. "Aber er hat schnell gelernt, dass seine
Tochter ihren eigenen Stil hat", versichert Danii
schmunzelnd. "Bei einer Party traf ich auf Jens, der mir
von seiner Technogruppe erzählte. Über Bekannte kam ich
schließlich an seine Telefonnummer und nervte ihn so lange, bis
er mich ins Team holte." Als die Sängerin von "Satellite
One" einen Autounfall hatte, bekam Danii ihre Chance.
"Ich sollte bei einem Auftritt für sie einspringen -
allerdings schon am nächsten Tag. Ich fuhr sofort ins Studio,
um die Songs und Choreographien mit der Gruppe einzustudieren...
und erlebte eine böse Überraschung." Im Studio erkannte
die damals 17-jährige Daniela in ihrer zukünftigen Partnerin
Judith das Mädchen wieder, das ihr ausgerechnet am Abend zuvor
so unangenehm aufgefallen war. "Das war eine typische
Frauengeschichte", erklärt Judith die Situation. Wir
kannten uns bis zu diesem Tag nicht, aber durch Zufall sind wir
uns am Abend bevor Danii zur Band kam in der Bremer Diskothek
'Lila Eule’ begegnet. Ich stand auf hohen Plateausohlen und
mit einem Glitzerturban auf dem Kopf in der Disco und habe mich
tierisch gefreut, dass ich durch mein Outfit den anderen Gästen
aufgefallen bin..." "Und dann kam ich in die Disco:
kurzer Mini, hohe Plateausohlen und einen Turban auf dem
Kopf", ergänzt Danii (geb. am 14. Juli 1973) lachend. T:
"Ich dachte, mich tritt ein Pferd! Wir hatten beinahe das
gleiche Outfit an - und für eine Frau gibt es fast nichts
Schlimmeres. Also gifteten wir uns eine Weile mit Blicken an und
sprachen kein Wort miteinander. Als Danii dann am nächsten Tag
bei uns im Studio auftauchte und mir als meine neue Partnerin
vorgestellt wurde, sah ich sie zunächst als Rivalin an. Doch
ich habe schnell gemerkt, dass Danii einer der liebsten Menschen
auf der Welt ist - und wir wurden Freundinnen.“
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Verstärkt durch
einen Rapper, zogen die neuen Freundinnen T und Danii als
"Satellite One" durch die Diskotheken in Deutschland
und machten sich durch ihre energiegeladene Techno-Dance-Show
schnell einen guten Namen in der Clubszene. In dieser Zeit
produzierte Kai Matthiesen, der übrigens in jedem
Mr.President-Video einen Gastauftritt hat, die ersten beiden
Singles der Gruppe: "Enterprise Techno" lief im Frühjahr
1991 als Hintergrundmusik für die TV-Trailer von
"Raumschiff Enterprise" auf Sat.1, die Folgesingle
"Young Indiana" wurde die Titelmusik der Sat.1-Serie
"Die Abenteuer des jungen Indiana Jones". Doch für
eine Chartplatzierung reichte es noch nicht. Im Gegenteil: Die
Presidenten lernten das Showgeschäft in ihrer Anfangsphase von
ganz unten kennen. "Die Zeit damals war hart",
erinnert sich Daniela. "Zu Beginn hatten wir zwar an jedem
Wochenende einen Auftritt – was für einen Newcomer-Act nicht
selbstverständlich ist – aber wir mussten oft Hunderte
Kilometer dafür fahren und bekamen gerade mal 600 bis 700 Mark
Gage pro Nacht, die wir unter allen aufgeteilt haben... und
davon gingen auch noch die Benzinkosten, das Geld fürs Essen
und die Übernachtungen ab." Aber jeder in der Gruppe
glaubte fest an den Erfolg, und so versuchten alle zu sparen,
damit die Band weiter existieren konnte. Danii: "Zwei
Auftritte werde ich nie im Leben vergessen: In Rostock mussten
wir nach der Show in einem Seemannsheim übernachten, weil wir
uns ein Hotel nicht mehr leisten konnten. Dort gab es einen
Automaten, in den man 50 Pfennig für warmes Wasser zum Duschen
und für das Licht im Zimmer werfen musste. Und nach einem
Auftritt in München haben wir direkt hinter der Diskothek im
Zelt übernachtet. Wenn ich heute darüber spreche, kann ich über
die Zeit lachen, aber damals war es sehr anstrengend."
"Dazu kam", ergänzt Judith die Erinnerungen an die
Anfangszeit, "dass unsere Manager Jens mich jedes Mal durch
den Hinterausgang rausschmuggeln musste, wenn während unserer
Show Polizei in der Disco war – schließlich war ich noch
nicht einmal 16 Jahre alt." |
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Nach zwei Jahren Bühnenerfahrung beschlossen T, Danii,
Jens und Kai im Sommer 1993, das Konzept von "Satellite
One" zu ändern. Die Mädchen bekamen einen neuen
Rapper (Sir Prophet) zur Seite gestellt und der musikalische
Stil wurde von Techno auf Dance-Pop geändert. Mit dem
Wechsel der Musikrichtung musste auch ein neuer Name her -
die Geburtsstunde von Mr.President! Der Name war nicht
zufällig gewählt. Judith erklärt: "Das ‚M’ steht
für ‚Music’, das ‚R’ für ‚Rhythm’ und ‚President’
für die höchste Position, die man erreichen kann.
Mr.President bedeutet also ‘Music and Rhythm on the
highest level!’” Tatsächlich lief es für das Trio
diesmal weitaus besser. Mit ihrer ersten Single
"MM" sollten sie im September 1993 in einer
großen ZDF-Show auftreten - das hätte für die Band der
Durchbruch sein können. Doch ein Geisterfahrer auf der A 45
bei Siegen schien ihnen den Erfolg nicht zu gönnen.
Während das Trio im Band-BMW auf dem Weg von Bremen nach
Frankfurt zur ZDF-Show war, rauschte ihnen der Geisterfahrer mitten in einem
Tempo-60-Baustellenbereich mit der Zielsicherheit eines
Heckenschützen in den Presidenten-Wagen - ein Unfall mit
Folgen: Der Wagen hatte einen Totalschaden, die Band musste mit
Rippenprellungen und Schleudertrauma über Nacht ins Krankenhaus
und der Auftritt war geplatzt. "Wir haben Glück gehabt,
dass wir diesen Unfall überlebt haben", bekräftigt T.
"Wären wir 20 bis 30 km/h schneller gewesen, hätte es
Mr.President nicht mehr gegeben." Nach diesem Unfall und
der verpatzten Chance dauerte es noch einmal ein Jahr, bis sich
all die Mühen und Opfer der Gruppe endlich auszahlen sollten.
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Im
Juni 1994 erschien die zweite Single von Mr.President: „Up’n
Away“, die Erkennungsmelodie des Jugend-Werbeprogramms der
Lufthansa. Auf einer großen Belegschaftssitzung der
Fluggesellschaft stellten T, Danii und Sir Prophet ihre Single in
Frankfurt vor. Unter den Zuschauern damals: der dreifache Formel
1-Weltmeister und RTL-Rennexperte Niki Lauda. Das Video zum Song
wurde auf dem Flughafen Frankfurt gedreht und lief bei allen
Auslandsflügen der Lufthansa. Mit dieser Werbung im Rücken
sollte diesmal nichts und niemand den langersehnten Erfolg von
Mr.President aufhalten können. Am 26. September 1994, drei Monate
nach Veröffentlichung, schaffte „Up’n Away“ den Sprung in
die deutschen Single-Charts (Platz 48).
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ihrer Top-20-Single "Up’n Away" im Gepäck starteten
die neuen Presidenten ihre Promotiontour durch Deutschland - mit
Erfolg. In Ausgabe 44/94 berichtete BRAVO zum ersten Mal über
Mr.President - über 100 Artikel sollten noch folgen. "Up’n
Away" verkaufte sich 300.000 Mal und die Band wurde am 7.
Februar 1995 mit ihrer ersten goldenen Schallplatte ausgezeichnet
- insgesamt bekamen sie bis heute 15 Goldene und 7
Platin-Auszeichnungen in 11 Ländern. Durch den Erfolg von "Up’n
Away" und der Folgesingle "I´ll Follow The Sun" in
ihrer Arbeit bestätigt, veröffentlichten Mr.President am 24.
März 1995 ihr erstes Album! "Up’n Away - The Album"
hielt sich neun Wochen in den LP-Charts und Mr.President koppelten
noch zwei weitere Singles aus dem Album aus ("4 On The Floor"
und "Gonna Get Along (without you now)") - auch diese
Songs schafften es in die Top-40 der Charts. |
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Mr.President veröffentlichten ihre Songs
in 50 Ländern - darunter die USA, Mexiko, Japan und
Russland. In über 30 dieser Länder waren sie live auf
Tour.Ihren größten Live-Auftritt hatten
Mr.President 1997 als einzige deutsche Band bei einem
Festival auf Teneriffa vor über 200.000 Leuten.Den verrücktesten Promotion-Termin
erlebten die Presidenten in Japan. Für den Auftritt bei
einer TV-Show mit 60 (!) Millionen Zuschauern flogen Lazy,
Danii und T für drei Stunden nach Japan - und anschließend
sofort wieder zurück nach Deutschland.Würde man die weltweit verkauften CDs
von Mr.President nebeneinander auslegen, könnte ein
Fußgänger von München bis nach Paris auf diesen CDs
laufen, ohne einmal den Boden zu berühren.Für ihre Leistungen wurden Mr.President mit jedem wichtigen
Musikpreis Deutschlands ausgezeichnet: 1997 und 1998 mit dem
"Echo"-Award als "Dance Hit des Jahres" und
"Bester Künstler Export", 1997 mit dem "VIVA
Comet" für die "Beste Dance Single" und in den
Jahren `97 und `98 erhielten sie die "RSH
Gold"-Trophäen als "Ohrwurm des Jahres"
(ebenfalls RSH-Preisträger war in diesem Jahr Phil Collins) und
"Beste Live-Show" für die Nightclub-Tour. Im Ausland
bekamen die Presis außerdem noch den "Finnish Music Award",
den "Acapulco Musicfestival Award" und den "Rantarock
Festival Award".
Offz.
Homepage: www.mr-president.de
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